Tangle-Muster für Quilter

Jane Monk – Tangle-Muster für Quilter und Stoffkünstler

Ihr Lieben! 
Dass ich momentan immer auf der Suche bin, nach An- bzw. Verwendungsbeispielen für Zentangle, wisst ihr ja. Nach Glückwunschkarten und Project Life Cards hatte ich schon eine Idee für das nächste Projekt, als meine liebe Iv mich fragte, ob ich vielleicht Interesse hätte, mit ihr zusammen ein interessantes Buch über Quilten und Tangle-Muster zu rezensieren. Das kam mir doch wie gerufen, schließlich ist das wirklich mal etwas anderes! Darum möchte ich euch heute die Buchbesprechung zu Jane Monks „Tangle-Muster für Quilter und Stoffkünstler“ präsentieren.

Mein Schwerpunkt bei der Rezension liegt vor allem auf dem Tangle-Teil des Buches. Iv kann wiederum dank langjähriger Erfahrung im Bereich Patchwork & Quilting eine fundierte Meinung zum zweiten Teil des Buches geben, in dem die eigentlichen Projekte erklärt werden. Schaut also unbedingt auch bei ihr vorbei! Doch ein Schritt nach dem anderen. Was genau bietet das Buch uns?
„Tanglen und Quilten sind eine ideale Kombination! […] In diesem Buch zeigt Ihnen Jane Monk, eine preisgekrönte Quilterin mit eigenem Studio, wie Sie Tanglen und Quilten miteinander verbinden können, um dabei wunderschöne künstlerische Quilts, nützliche Dekorationsgegenstände und ganz besonders individuelle Geschenke anzufertigen. […]Mit ein paar Basisanleitungen und etwas Übung werden Sie die gleichmäßigen Bewegungen beim Tanglen bald erlernt haben und in den Genuss der entspannenden und meditativen Vorteile Ihres neuen Zeitvertreibs kommen.“

Klappentext.

Wie schon angedeutet, ist das Buch also in zwei Teilen aufgebaut. Zunächst erklärt die Autorin, was es mit Zentangle auf sich hat und spricht die Grundlagen an: Werkzeuge zum Zeichnen und Quilten, wie sich Muster auf Stoff übertragen lassen und wie Muster getanglet werden. Danach folgt eine Sammlung von insgesamt 41 Mustern, welche zum Teil Original Zentangle-Pattern sind, zum Teil aber auch von Jane Monk kreiert wurden (mit einem * markiert). Im zweiten Teil des Buches folgen insgesamt 9 Projekte, welche vorgestellt werden. Darunter ein Nadelkissen, ein Mini-Quilt, ein Tischläufer und eine Notizbuchhülle. 
Von der Gewichtung her erscheinen beide Teile gleichranging und nehmen in etwa jeweils die Hälfte des Buches ein. Die Texte sind recht gut verständlich geschrieben, sieht man von einigen Druckfehlern bzw. Vertippern ab, die aber den Gesamteindruck nicht weiter beeinträchtigen.
So startet die Autorin für ihre Leser ins Zentangle.
Beim ersten Lesen des Tangle-Teils war ich allerdings ein bisschen zerrissen. Denn, um Zentanglen wirklich zu erklären, fehlten mir einige Angaben (beispielsweise wird gewöhnlich als Werkzeug noch ein Papierwischer und auch verschiedene Stärken von Finelinern empfohlen), andere waren mir hingegen schlicht zu streng gesetzt (beispielsweise das Nutzen von möglichst hochwertigem Papier). Ich hatte das Gefühl, dass die Autorin selbst nicht ganz genau wusste, wo sie gerne hinwollte. Wenn es nur darum ging, die Grundlagen zu übermitteln, damit später damit gequiltet werden kann, so sind Papierwischer und unterschiedliche Stifte sicher nicht nötig – ein hochwertiges Papier aber ebenso nicht. Und im Gegenzug fehlen mir für ein „richtiges“ Zentangle wiederum genauere Angaben und Tipps zu den Materialien. Das Buch widerspricht sich also an dieser Stelle leider etwas.
Step Outs der Autorin: Eine gewisse Vorliebe für florale Muster lässt sich ausmachen.
Auch im Bereich der Muster fiel mir dieses leichte Ungleichgewicht wieder auf. So erklärt sie das Tanglen anhand eines Beispiels, welches 1:1 nachgezeichnet werden soll. Dies ist sicher ein kompakter Weg, um die Vorgehensweise darzustellen, allerdings fehlt mir hier der freie und kreative Charakter, den ich persönlich sonst so am Tanglen schätze. Für mich, die bereits Erfahrungen in diesem Bereich hat, ist diese Art der Erklärung schlicht zu eng und zu kontrolliert gefasst. 
Jane Monk spricht aber auch davon, dass die Muster individualisiert und abgewandelt werden können. Wie genau, wird jedoch nicht gezeigt. Dies ist aber vielleicht auch eine Leistung, die über die Möglichkeiten dieses Buchs hinausgeht. Hier könnte es sich lohnen, wenn Interessierte einen Blick in andere Zentangle-Bücher werfen, um sich Inspiration zu holen. 
Woher kommt der Schein? Für Tangle-Neulinge nicht sofort ersichtlich…
Die Step Outs (= Schritt-für-Schritt-Anleitungen) sind grundsätzlich gut nachvollziehbar, allerdings haben mich auch hier wieder einige vernachlässigte Details etwas gestört. So zeichnet die Autorin beim Muster „Printemps“ das Muster zunächst Schritt für Schritt – auf dem Endbild sieht man aber plötzlich einen gewissen Schein im Bild. Wie dieser dahin gekommen ist, wird nirgends erläutert (normalerweise werden beim Zeichnen an entsprechenden Stellen Lücken gelassen). Zudem sind einige Originalmuster bereits abgewandelt in Jane Monks Buch aufgenommen worden (z.B. „Flux“, bei welchem eine scharfgezackte Mittellinie eingezeichnet wurde – im Normalfall findet sich hier nur ein sanfter Bogen).
Die Auswahl der einzelnen Muster finde ich grundsätzlich abwechslungsreich. Es sind sowohl grafische, abstrakte als auch florale, geschwungene Pattern enthalten. Allerdings ähneln sich einige Muster doch stark, was ich etwas schade finde – denn die Auswahl der Original-Pattern ist wirklich groß und es hätte sich auch sicher ein Ersatz für die Dopplungen finden lassen.
Eines meiner Lieblingsprojekte, weil auch für mich umsetzbar: Die bestickte Notizbuchhülle.
Beim Projektteil erscheint mir die Projekte-Auswahl recht ausgewogen. Denn auch wenn ich persönlich mit Überzügen für Vasen nicht ganz so viel anzufangen weiß, glaube ich, dass es einige Leute gibt, denen dieser Look gut gefällt – und mit den verschiedenen Mustern kann das sicher hübsch aussehen. 
Dagegen finde ich es etwas eigenartig, dass manche Projekte eigentlich nur auf den Stoff gemalt werden und nahezu keine Naht gesetzt wird. So geschehen bei den Gepäckanhängern und zum Teil auch beim gequilteten Namen. Wahrscheinlich liegt das an den sehr filigranen Details der Zentangles – vielleicht ließe sich das aber auch sticken? 
In manchen Projekten finden sich die Muster im Hintergrund auf den größeren leeren Flächen wieder. Dort kommt wirkliches Quilting, so wie ich mir das vorstelle zum Einsatz und macht eine wirklich schicke Figur. Die Einschätzung der Autorin, dass Tanglen und Quilten also wirklich eine tolle Kombination abgeben, kann ich nur unterschreiben!
Ob sich das alles so gut sticken lässt? Mein Entwurf hat vielleicht doch zu viele Details…
Da ich weder über große Fähigkeiten in Sachen Quilting verfüge, noch über entsprechende Technik bzw. Materialien, konnte ich leider kein Projekt wirklich ausprobieren. Einzig die Notizbuchhülle erschien mir für mich umsetzbar. Darum habe ich mich einmal hingesetzt und einen eigenen Entwurf gezeichnet. Ich hätte sogar Stoff und Garn… wer weiß, vielleicht sticke ich es noch? 😉
Mein Fazit: Mit der Brille des Zentangles auf der Nase sind mir die angesprochenen Punkte natürlich stark aufgefallen. Setze ich diese Brille aber ab und versetze mich in die Zielgruppe – Einsteiger und Erst-Interessierte – so kann ich ruhigen Gewissens sagen, dass das Buch einen wirklich guten Überblick über die beiden Thematiken und ihre Verbindung miteinander gibt. Es wird kein großes Hintergrundwissen vorausgesetzt, es darf einfach in diese Welt eingetaucht werden, um sich davon Inspiration zu holen. Wer mit dem meditativen Charakter des Tanglens nicht so viel anfangen kann, die Muster aber grundsätzlich hübsch findet, der hat hier eine schöne Möglichkeit, mit ihnen etwas kreatives anzustellen. 
Somit kann ich allen Anfängern das Buch letzten Endes doch empfehlen! 
Die harten Fakten:
Jane Monk – Tangle-Muster für Quilter und Einsteiger.
14,90 €
erschienen im Stiebner Verlag
ISBN: 978-3-8307-0931-2 
Wer
übrigens nun Interesse an dem Buch hat, der sollte unbedingt dran bleiben, denn
wir haben noch eine Überraschung für euch… 😉

Bei Iv im Blog läuft nämlich bis zum 11. Juni ein super tolles Gewinnspiel! Schaut unbedingt bei ihr vorbei!

Verlinkt bei Goldkinds Bücherregal.

Ich
bedanke mich beim Stiebner Verlag für die kosten-
und bedingungslose Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares! 

2 Gedanken zu „Jane Monk – Tangle-Muster für Quilter und Stoffkünstler

  1. Goldkind

    Warum ich jetzt wohl hier direkt kommentieren kann? *kicher*
    Ne, im Ernst: Ich finds super, das wir von dir die Zentangle-Seite noch mal im Detail aufgeschlüsselt bekommen. Tatsächlich ist mir das mit dem Lichtschein erst aufgefallen, nachdem du es mir gezeigt hast!

    Und deinen Entwurf – zusammen mit dem Stoff – finde ich ziemlich toll! 😀 Ich finde, das solltest du unbedingt Sticken! Beim Nähen kann ich dir ja auch sonst unter die Arme greifen. 😉

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    1. palandurwen Artikelautor

      Vielleicht ist das auch nur einfach so ein Speziding und eigentlich gar nicht wichtig, das seperat mit zu erklären? Aber irgendwie fand ich es schon eigenartig, dass sie es so ohne weitere Erwähnung nutzt ^^;

      Ob ich mich da wirklich ranwage, werde ich mal sehen – für's erste habe ich noch ein paar andere Projekte die hier warten ^^ Aber im Falle eines Falles komme ich gerne auf dich zurück 😉

      Antworten

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