Das Letzte Wort – Januar.

Da ich ja das Schreiben wieder aufnehmen will, allerdings nur selten genug Ruhe und Muse habe, tief genug in mich hineinzulauschen, um etwas ganz Freies zu verfassen, möchte ich hier zukünftig einmal im Monat eine Art Kolumne veröffentlichen. Dabei sollen Themen zur Sprache kommen, die mich den gesamten Monat nicht losgelassen haben, die mich inspirierten oder schockierten oder einfach spontan reizten und zu denen ich unbedingt auch meinen Senf dazu geben muss, denn: Wer hat nicht gerne Das Letzte Wort?

Abschlussschmerz.

Meinem eigentlichen Abschluss stehe ich noch nicht Angesicht zu Angesicht gegenüber. Er schaut zwar manchmal winkend zum Fenster herein, aber ich rolle noch genervt mit den Augen und ziehe einfach die Gardinen zu. Wie lange das noch klappt, werde ich sehen. Irgendwann werde ich ihn wohl seufzend auf eine Tasse Tee einladen und mich mit ihm auseinander setzen müssen. Bis dahin ist es aber noch ein bisschen Zeit. 
Dennoch habe ich seit einigen Wochen innerlich eine Art Wehmut, die ich mir nicht erklären kann. Ja, ich werde nächste Woche – amüsanter Weise an meinem Geburtstag – die allerletzte Pflichtveranstaltung meines Studiums besuchen. Ich werde einen gewaltigen Schritt tun und tatsächlich nichts mehr hören müssen, mich ausschließlich auf meine Masterarbeit konzentrieren können und sollen. Aber deswegen Tränchen verdrücken? Ich will doch weiterhin Veranstaltungen besuchen. Und noch bin ich doch hier, bei meinen Lieben. Wirklich Abschied muss ich doch noch lange nicht nehmen – warum der Kloß im Hals?
Ich komme mir selbst ganz dumm vor, kann nicht verstehen, wieso ich jetzt schon an das Ende denken muss, warum ich es nicht einfach auf mich zukommen lassen kann – bis dahin sind schließlich noch einige Meilensteine zu passieren, auf die ich mich mehr konzentrieren sollte. Aber der kleine zähe, schmollende Dusterklumpen in der hinteren Ecke meines Kopfes trollt sich einfach nicht von diesem Gedanken weg und klebt regelrecht an ihm. Ich wäre sehr dankbar, wenn ich ihn einfach wegspülen könnte, der Miesmacher geht mir ohnehin auf die Nerven. Aber wenn das so leicht wäre … 
Also hilft es nichts, ich muss mich mit diesem Gedanken abfinden: Eine wichtige, prägende Phase meines Lebens geht in absehbarer Zeit zuende. Was danach kommt, weiß ich nicht, werd ich sehen. Bis dahin gilt es auch noch genug Prüfungen und Aufgaben zu meistern. Mit solchen Sorgen werde ich mich also erst rumärgern, wenn sie akkut werden. Aber mit dem Abschlussschmerz muss ich bis dahin wohl dennoch leben. Denn der kleine Dusterklumpen in meinem Kopf hat neulich einen großen Koffer heimlich in meinen Kopf geschmuggelt und packt gerade gemütlich seine Klamotten aus – er bleibt wohl länger …

3 Gedanken zu „Das Letzte Wort – Januar.

  1. Goldkind

    Weißt du was die ultimative Flucht vor diesem beängstigenden, schönen Gedanken -bald ist es vorbei- wäre?
    Einfach weiter Studieren. *g*

    Kommt dir das bekannt vor? ^^
    Ich kann mir (obwohl ich ja noch nicht mal fertig bin, auch nachm ersten StEx nicht!) noch nicht vorstellen, mit meiner schulischen/universitären Ausbildung fertig zu sein!

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    1. palandurwen Artikelautor

      Damit ich noch weiter studieren könnte, müsste ich promovieren – das wird nun aber wirklich nicht mehr in Angriff genommen ^^;
      Aber ich verstehe das Gefühl sehr gut – wann ist man schon "fertig gebacken"? ^^

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  2. Pingback: IN 2013 HABE ICH... - Palandurwens Imaginarium

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