Archiv für den Autor: palandurwen

FAIL: Strick-Loop-Schal

Flauschig verFailed!

Ihr Lieben!
Ich habe euch doch letzte Woche den Anfang meiner neuen Wollspielsache gezeigt: den gestrickten Flausch-Loop. Dieser ist im Laufe der letzten Tage fleißig gewachsen, groß und stark geworden und irgendwann beschloss ich dann, dass er fertig ist. Das war Dienstag. 
Ich habe zwar noch einen kleinen Rest von der blauen Untergrundwolle übrig, aber ich habe lieber zu früh aufgehört, als dass ich dann eine halbe Runde zurückstricken hätte müssen (aufdröseln hätte ich mich nicht getraut), weil der Faden zum Abketten doch nicht ausreicht.
Ach ja, da wären wir dann gleich beim Thema: Abketten.
Standard bei mir ist ja tatsächlich, dass ich nicht zu locker häkel – oder jetzt auch stricke – sondern tendenziell zu fest. So auch hier. Wie ich bereits erzählt habe, musste ich ja auch 120 Maschen anschlagen anstatt 100, damit ich auf die gleiche Länge komme. Und trotzdem hatte ich schon die Befürchtung, dass der Loop niemals zweimal um meinen Bratzkopf reicht. Aber gut. Probieren geht über studieren.
Ich habe mich also hingesetzt und eifrig YouTube-Videos geschaut, in denen das Abketten erklärt wurde. Dann habe ich mich auch noch mal bei einer ebenfalls strickenden Freundin danach erkundigt; sie machte das genauso. Es wäre ganz einfach. 
Gut, gedacht, getan – und ja. Einfach war es. Aber leider auch mal wieder zu straff. Die oberste Runde ist durch das Abketten bei mir so irrsinnig unelastisch geworden, dass ich das 2x um den Hals wickeln mir getrost abschmatzen kann 🙁 
Einmal ist zwar sehr hübsch und dekorativ – aber leider auch nicht wirklich mehr, denn vom wärmenden Effekt fehlt hier leider jegliche Spur (ich brauch immer was ganz eng an meinem Hals, wenn ich draußen unterwegs bin, sonst werd ich krank…).
Schaut es euch selber an:
 
So als Kragen ist er eigentlich sogar witzig ^^

Ich meine, ja, ich finde ihn hübsch geworden und er lässt sich so sicherlich auch mal tragen – aber einen praktischen Nutzen hat er leider mal wieder nicht. Er wird wohl mehr Staubfänger als Wärmehüter. *seuftz 
Im Grünen Forum (Natronundsoda) habe ich schon mal gefragt und es bestätigte sich bisher meine Vermutung: Wahrscheinlich zu straff gezogen beim Arbeiten. Aber ich kann das eben nicht anders – sonst hab ich immer das Gefühl, es ist nicht richtig ordentlich … Ich oller Kontrollfreak XD 
Eine Userin merkte aber auch an, dass es wohl unterschiedliche Arten des Abkettens gäbe – elastische und unelastische. Ich werde da mal weiter recherchieren. Bei meiner ersten Suche habe ich wie gesagt immer nur eine einzige Art und Weise gesehen, welche ich ja dann auch durchgeführt habe. 
Naja, das nächste Stück wird besser – denn so schnell gebe ich noch nicht auf! *haha* 
Und solange kuschel ich jetzt mit meinem flauschigen Staubfänger ^^
GelbesLaub1_web

13 aus 13 – Oktober

Ihr Lieben!
Am 13. Oktober – also heute, ich bin mal zur Abwechslung richtig pünktlich – war seit vielen Tagen mal wieder ein richtig toller, goldener Herbsttag. Schon die ganze Woche hatte ich mir für den 13. einen Herbstspaziergang vorgenommen. Bei dem bis gestern allerdings noch anhaltenden Regen, der Kälte und dem graumen Wetter sah ich diesen schon ins Wasser fallen. Heute ganz früh morgens wachte ich also ziemlich gespannt auf und wartete ganz ungeduldig, bis es endlich hell wurde. Und siehe da – als hätten wir uns verabredet, kam die Sonne tatsächlich raus und zeigte sich von ihrer schönen Seite. Also schnell das Frühstück aufgegessen, die Kamera geschnappt, in Jacke und Schuhe gesprungen und ab raus in den Herbst!
Ich wollte mit dem tollen neuen 50mm-Objektiv unbedingt Fotos von bunten Laubblättern, Kastanien und allen möglichen anderen Herbstherrlichkeiten machen. Und da wir ja heute Sonntag haben, waren morgens um kurz nach neun Uhr zum Glück noch nicht so viele Leute hier in meiner Gegend unterwegs, die sich an meinen ulkigen Verrenkungen und dem ständigen in-der-Gegend-stehen-bleiben stören konnten. So kamen mir schwarze und gelbe Beeren, rote und orangene Blätter, Kastanien, Regentropfen und ich weiß nicht was noch alles vor die Linse. Ich habe diese 30 Minuten, die nur für mich waren, wirklich sehr genossen. Die frische Luft, die Ruhe, das Abschalten für einen Augenblick von dem ganzen Masterarbeitsstress… Tief einatmen und auf den Auslöser drücken. 
Ich sollte wieder viel öfter spazieren gehen – es belebt die Sinne und macht den Kopf so herrlich frei. Allerdings vergisst oder verdrängt man das im Alltag doch allzu schnell. Denn ’schnell‘ ist da gerade die Devise. Diese Zeit ist dann ja völlig ungenutzt, vertan und verschwendet. Aber ich weiß es ja besser, ich weiß ja, dass sie wichtig ist. Nur dran erinnern muss ich mich auch. Diese Fotos helfen mir sehr dabei. (Es ist übrigens nur eine Auswahl…)
Macht doch auch bald mal einen Spaziergang!
Viel Spaß dabei! 🙂
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Eine verstrickte Angelegenheit

Ihr Lieben!
Nachdem Häkeln ja im Winter für mich zur alltäglichen Beschäftigung gehört, mir aber manchmal – so sehr ich es auch liebe – die ganze Sache doch einfach zu lange dauert, habe ich gemeinsam mit meiner lieben Iv neulich nochmal das Thema Stricken in Angriff genommen. 
Wir waren in einem dreistündigen Nachmittagskurs der VHS, welcher für 10€ Teilnahmegebühr in der Galaria Kaufhof mitten in der Wollabteilung, also quasi direkt im Material, stattfand und versprach, uns Anfängern die hohe Kunst der zwei Nadeln beizubringen. Leider waren weder Wolle noch Nadeln im Preis enthalten. Diese mussten wir im Anschluss an den Kurs, wenn wir unser Strickgut denn weiterführen wollten, somit wohl oder übel noch erwerben. Das schlug nochmal mit etwa 16 Euro zu Buche. Ich fand es etwas schade, dass wir damit vor Ort so überrascht wurden. Eine deutliche Erklärung vorab wäre netter gewesen, aber sei’s drum.
Dafür waren die Kursteilnehmer sehr nett, unsere Lehrerin eine ganz witzige Dame und wir haben bei Keksen und Sekt doch einiges geschafft. Das Anfängerprojekt war – worüber ich mich sehr gefreut habe – ein Loop-Schal. Allerdings nicht irgendeiner, nein: einer mit Fransenflausch!

Auf einer 5er Rundstricknadel mit 80er Seil schlugen wir also brav zunächst 100 Maschen an (ich sogar 120, weil meine Maschen zu eng waren ^^; ) und fuhren dann fort, erst rechte Maschen und dann linke Maschen zu erlernen. Ich habe zwar als Kind schon mal gestrickt, aber so richtig erinnern konnte ich mich nicht daran. Aber die Technik war nicht weiter schwer, was mich sehr erfreute. Einzig den Faden jetzt andersherum als beim Häkeln zu holen, hat mich etwas Umdenken gekostet. Und das Risiko, eine Masche fallen zu lassen, bereitet mir immer noch in einer stetigen Regelmäßigkeit Adrenalinschübe. Aber ansonsten bin ich insgesamt sehr glücklich. Und es geht wirklich fix!
Das Muster hat sich nach einigen Übungsreihen wie folgt gestaltet: 4 Reihen abwechselnd rechts/links, danach eine Reihe nur rechts, dafür aber in jede dritte Masche das Flauschgarn mit eingestrickt. Und das war’s schon. Herrlich einfach. 
Die Flauschreihen sind zwar immer etwas nervig, da sich die Maschen dann etwas schlechter stricken lassen, aber insgesamt bin ich bisher ziemlich zufrieden. 

 
 

Einzig das Abmaschen haben wir nicht mehr gelernt. Aber da vertraue ich mal auf youTube bzw. nette Freunde, die schon stricken können. Hoffentlich bin ich bald soweit, denn das nächste Projekt juckt mir bereits in den Fingern: Irgendetwas mit Zopfmuster. ^^ 
Ideen?
Wobei ich wohl erstmal mein Dreieckstuch fortführen sollte. Und Weihnachtsgeschenke müssen auch noch gefertigt werden – dafür müsste ich mal wieder Wolle besorgen. Puh, mal schauen ^^; 
Aber erstmal freue ich mich auf meine neue abendliche Beschäftigung: Stricken! ^^
Metamorphose am Rande des Himmels

Mathias Malzieu – Metamorphose am Rande des Himmels

Ihr Lieben!
Bereits vor Monaten habe ich es im Verlagsprogramm unter den Neuerscheinungen entdeckt und auf den Tag hingefiebert, an dem ich es endlich niegelnagelneu in den Händen halten durfte: das neue Werk von Mathias Malzieu. Erinnert ihr euch? Vor einiger Zeit hatte ich euch doch „Die Mechanik des Herzens“ vorgestellt. Das hier ist der Nachfolger, der sich in keiner Weise verstecken muss! Kommt mit und schaut euch Mathias Malzieus „Metamorphose am Rande des Himmels“ an:
via
Ich heiße Tom ‚Häma-Tom‘ Cloudman. Man sagt, ich sei der schlechteste Stuntman aller Zeiten. Ganz falsch ist das nicht. Ich bin außergewöhnlich ungeschickt und laufe ständig überall gegen. Ich beneide die Vögel um ihre Freiheit, vielleicht schaue ich zu oft zu ihnen hoch. Schon damals auf dem Schulhof zog ich Rollschuhe an, um fliegen zu üben und den unerreichbaren Miniaturfrauen einen Kuss zu entlocken. Aber ich flog nicht hoch, sondern immer nur auf die Nase. Allerdings überkam mich beim kleinsten Anzeichen, dass sich ein Publikum für meine Darbietung interessierte, ein ebenso albernes wie grandioses Gefühl der Unbesiegbarkeit. Ich wurde regelrecht süchtig danach (…)
Der Drang, dem Alltag zu entfliehen, wurde mit den Jahren immer stärker. Mein Verstand reagierte wie ein gefühlsempfindlicher Film, der in derselben Sekunde Liebe und Tod empfängt. Ich entwickelte eine regelrechte Normalitätsphobie. (…) 
Ich musste einen Weg finden, ein nützliches Mitglied der Gesellschaft zu werden und meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Warum nicht mit Straßentheater und Bruchlandungen? Geschichten erzählen, Akkordeon spielen, springen, singen, mit etwas Glück fliegen, mit Sicherheit fallen, Kunststücke vorführen. Losziehen. Jetzt gleich. 

Fliegen ist einer der am längsten gehegten Menschheitsträume. Frei sein wie ein Vogel, wie oft hat man diese Zeile bereits gelesen oder gehört. Auch Tom Cloudman geht sie nicht aus dem Kopf. Seit seiner frühesten Kindheit versucht er alles, um es seinen gefiederten Vorbildern gleich zu tun – und scheitert damit stets. Die dafür geerntete Belustigung der Zuschauer ist ihm nur ein kurzer Trost, er hält es nicht aus, ohne den Himmel zu schmecken. Doch irgendwann geschieht es. Ein Unfall, von dem er sich nur schwer erholt und durch den seine unheilbare Krankheit entdeckt wird. Von nun an im kalten sterilen Krankenhaus ans Bett gefesseltzu sein ist für Tom jedoch unerträglich. Er braucht das Fliegen, er muss fliegen. Und so beginnt er nachts heimlich die Kopfkissen der Mitpatienten zu plündern und die erbeuteten Federn zu einem neuen Flügelpaar zusammen zu basteln. Als er jedoch eines Abends auf dem Krankenhausdach landet, trifft er eine geheimnisvolle Frau – halb Vogel, halb Mensch -, die ihm einen großartigen Vorschlag unterbreitet: die Befreiung aus seiner tödlichen Krankheit. Doch dafür muss er bereit sein, sich selbst aufzugeben…
Schon zu Anfang weiß Malzieu den Leser zu fesseln. Er tritt so offen und ehrlich, ungeschönt und dabei so zerbrechlich und klar in die Handlung und Gefühlswelt seiner Protagonisten ein, dass man gar nicht anders kann, als ihnen gebannt zu folgen. In alle Höhen, in alle Abgründe und bis an den Rand des Himmels. Seine Sprache ist dabei so bildreich und poetisch, voller Kraft und Zärtlichkeit – man kann es kaum erklären. Ich konnte den Roman fast nicht aus der Hand legen. Die Handlung ist so anrührend, ohne triefend oder kitschig zu sein. Pure Gefühle jeglicher Art werden sehr geradlinig geschildert. Sei es Toms Überlebenskampf, sei es die Sorge der geheimnisvollen Vogelfrau Endorphina um ihn. 
Selten gibt es Literatur, die so fantasievoll mit der Thematik des Sterbens und des Weiterlebens durch Liebe umgeht. Ich hatte am Ende Tränen in den Augen.
Mein Fazit: Lasst euch von Tom und Endorphina mit bis zum Rand des Himmels und darüber hinaus nehmen. Es wird eine märchenhafte Reise, eine Metamorphose, wie sie es vorher noch nie gegeben hat. 
Die harten Fakten: 
Mathias Malzieu – Metamorphose am Rande des Himmels.
12,99 €
erschienen im carl’s books Verlag
ISBN: 978-3-570-58520-7
Ich
bedanke mich an diese Stelle bei der PR-Stelle des carl’s books
Verlags für das kosten- und bedingungslose Rezensionsexemplar!

Das Letze Wort – September.

Stille.
September ist schon ein paar Tage vorbei und noch immer keine Monatskolumne? Noch immer kein Letztes Wort, über die Dinge, die mich im vergangenen Monat beschäftigt haben? Kein Geschwafel, kein Geblubber? Nein. Denn ich bewahre Stille.
Keine Ruhe, nein. Stille.
Um Ruhe zu bewahren, bin ich viel zu aufgekratzt. Denn in mir kreist immer nur ein Thema, wie ein Raubvogel um seine Beute, bereit hinabzustoßen und sie zu erlegen: die Angst, es nicht zu schaffen. ‚Es‘ ist dabei das leidige Thema Masterarbeit. Vor knapp zwei Jahren hatte ich es zu dieser Zeit bereits hinter mir. Ich hatte drei Monate Zeit, mich in meine Panik hineinzusteigern und dann war es vorbei und ich konnte durchatmen. Heute habe ich drei Monate Panikattaken hinter mir – und es ist noch kein Ende in Sicht. Ich habe gerade mal Halbzeit. Nochmal so viele Wochen, Tage, Stunden, Sekunden, in denen ich mich hineinsteigern kann, mich fertig machen kann, meinen inneren Zweifeln ausgesetzt bin. 
Schaffe ich das? Ich schaffe das nie! Ich muss das Schaffen! Schaffe ich das wirklich? Ich schaff das nie! Aber ich muss das schaffen! – So rattert es in meinem Hirn, wie ein Zug auf seinen Gleisen klappern diese Gedanken durch meinen Kopf. Und immer schneller wird die Fahrt. Ich frage mich schon, wann sie entgleist…
Da dieses Thema aber inzwischen jeden – mich eingeschlossen – nervt, wie ich befürchte, versuche ich Stille zu bewahren. Selbst mein Dusterklumpen freut sich nicht mehr, sondern wirkt gelangweilt von diesem Einerlei. Er versucht mich manchmal abzulenken mit Einwürfen wie „Du findest übrigens auch keinen Job!“, doch das versumpft in mir und wird von der anderen Sache überlaufen. Irgendwann werden auch diese Zwischenrufe an die Bewusstseinsoberfläche stoßen und mich einholen – aber noch habe ich genug andere Dinge, die mich plagen … 
Mein Dusterklumpen rollt genervt mit den Augen und beginnt Solitaire zu spielen. Das habe ich ihm gestern geschenkt, denn er wird noch drei Monate mit mir in diesem Zustand leben müssen. Und während ich nach außen hin versuche, Stille zu bewahren, kriegt er den inneren Tumult ja hautnah mit. Darum. Ich muss ihn ja ein bisschen bei Laune halten. 
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13 aus 13 – September

Ihr Lieben!
Am 13. September habe ich in den Kalender geblinzelt und festgestellt: Oh, ein Freitag der 13. Na gut. Ich bin dennoch ganz tapfer in die Bibliothek gegangen, um weiter an meiner Masterarbeit zu schreiben, in der festen Annahme, wie geplant mit dem Kapitel noch vor dem am darauffolgenden Wochenende anzutretenden Urlaub fertig zu werdem. Aber Pustekuchen. Etwa nach zwei Stunden bekam ich solch unglaublich ätzende und miese Rückenschmerzen, dass ich mich kaum auf dem Stuhl halten konnte. Ergo: Zelte abgebrochen und nach Hause geschleppt. Und nun? Was soll ich denn machen, der 13. sollte doch eigentlich ein schöner Tag werden. Was für mein Projekt festhalten, wenn ich nur am liebsten ins Bett wollte? – Ganz einfach: mich im Bettchen. Obwohl ich das präzisieren muss: Mich, lesend im Bettchen. Denn Gott sei Dank kam am Morgen noch meine einige Tage zuvor getätigte amazon-Bestelltung an, in welcher ich mir u.a. einen lange angehimmelten Schatz selbst geschenkt habe: Das Buch „101 Rassekatzen“ von Rachel Hale. 
Sie ist eine großartige Fotografin und ich liebe ihre Tierbilderbürch sehr! Dieses hier war lange vergriffen und lockte nun für den sagenhaften Preis von 8,99 Euro (ursprünglich mal 25 Euro). Da konnte ich nicht mehr nein sagen. Und Ich bereue es nicht. Das Buch ist ein Traum. Sie hat die Charaktere der Samtpfötchen so zauberhaft eingefangen und dazu in sehr knapper Form alles Wichtige zu den Rassen notiert. Ich brauche auf jeden Fall noch die anderen Bücher von ihr! 
Mich selbst für getane Arbeit zu belohnen, finde ich sehr wichtig. Denn wer, außer mir selbst, gönnt einem denn sowas? Es sind die kleinen Dinge, die einen glücklich machen. Und dieser Bildband wird mich sicherlich noch lange erfreuen und ich werde ihn immer wieder gerne zur Hand nehmen, um darin zu blättern. Ähnlich wie Fotoalben. 
Wenn ihr mal die Gelegenheit habt, ein Buch von ihr zur Hand zu haben, schaut unbedingt mal rein! Es lohnt sich! Und apropos lohnen: Belohnt euch für die Strapazen des Alltags!
Hier nun meine Belohnung: Viel Spaß 🙂

 

Die hohe Kunst des Bankraubs

Christopher Brookmyre – Die hohe Kunst des Bankraubs

Ihr Lieben!
Bei einem kürzlichen Streifzug durch die örtliche Lieblingsbuchhandlung sah ich die eine oder andere Neuerscheinung in Sachen Roman und stellte entzückt fest, dass ich einige der besonders gelobten Titel bereits vorab vom entsprechenden Verlag als Rezensionsexemplar zugeschickt bekommen habe. Welch ein Glück ich doch hatte, war doch u. a. dieses Schmankerl hier dabei, welches ich euch heute vorstellen möchte: Christopher Brookmyres „Die hohe Kunst des Bankraubs“.

Die Show war also nicht mehr aufzuhalten. Einer der Clowns war ein Liliputaner (Michelle fiel die aktuell politisch korrekte Bezeichnung nicht ein, aber in ihrem Zustand musste alles außer ‚Giftzwerg‘ als zuvorkommend höflich gelten), der mit kunstvollen Saltos zwischen zwei anderen in der Truppe hin- und herflog und immer wieder mit dem Fuß in ihren verschränkten Händen landete. (…) 
Katerbedingt misstrauisch ließ sie sich nicht so von dem Schauspiel einlullen wie die anderen Zuschauer und sah, was das Spektakel überspielte: Sie hatten kein Trampolin gebraucht, aber dort stand ein Mann auf der Sicherheitsbarriere. Keine Strumpfmasken weit und breit, aber doch standen da fünf Vermummte in der Bank. Zwar hatte keiner eine Waffe gezogen, aber die Kunden hatten trotzdem schon die Hände oben. 
Unwillkürlich sprach die diese Erkenntnis laut aus: ‚Das ist ein Überfall.“ 
Der Clown, der Michelle am nächsten stand, tippte sich mit einem Finger im Gummihandschuh an die Nase, um ihr zu bedeuten, dass sie richtig geraten hatte. Dann hob er dramarisch beide Hände und brüllte: „Alakazammy, stairheid rammy!“
Angelique de Xavia ist nicht sonderlich begeistert davon, als sie an ihrem freien Tag von ihrer vermeintlich geheimen Freizeitaktivität – Fußballschauen im Stadion – mit einem schicken Dienstwagen abgeholt und zu einem Notfalleinsatz gefahren wird, steckt ihr doch noch das posttraumatische Stresssyndrom des letzten, gerade so erfolgreich verhinderten Terroranschlags in den Knochen. Und nun das: eine Geiselnahme in einer Bank? Was soll das? Will der Einsatzleiter, der sie zuvor bei der obligatorischen Analyse nach dem Einsatz als verantwortungslos und eigenmächtig handelnd beschimpft hat, etwa erneut in eine missliche Lage bringen, damit sie wirklich Mist baut und endlich gefeuert werden kann?
Doch nein, der Grund ist weit pragmatischer – passt die athletische aber zierliche Frau doch einfach nur wesentlich besser durch den Lüftungsschach auf dem Dach als die anderen muskelbepackten Einsatzaffen. Nicht sonderlich begeistert schultert Angelique also den Technikspielkram und bricht heimlich in das umstellte Bankgebäude ein. Doch anstatt nur schnell ihren Job zu erledigen, wird sie von zwei als Clowns maskierten Räubern gestellt. Prima, und das an ihrem 30. Geburtstag. 
Doch die erwartete Anspannung, der Nervenkitzel und die Angst bleiben aus, verhält sich der Anführer der fünfköpfigen Truppe doch eher wie ein Gentleman als wie ein Verbrecher. Leicht verstört bemerkt Angelique, wie die beiden anscheinend miteinander flirten. Reichlich unpassend in dieser Situation. Und die sich aus dieser Begegnung entspinnende Beziehung zwischen den beiden als „reichlich unpassend“ zu bezeichnen wäre noch höflich, besteht doch ein andauerndes Lauern, ein Intressenkonflikt der delikatesten Art. Doch beide können nicht voneinander Abstand halten…
Tja, was soll ich also sagen? Ich bin ein Mensch, der bei TV-Serien oder Filmen immer recht zeitig weiß, wer was war, was und wie passieren wird und somit oft seltener die Überraschung oder die Spannung fühlt, die die anderen erleben. Umso glücklicher bin ich, wenn ein Buch es schafft, mich wirklich hinters Licht zu führen und das hat „Die hohe Kunst des Bankraubs“ geschafft. Sagenhaft gut! 
Die Rollen sind von Anfang an klar: Sie ist die „Gute“, er ist der „Böse“, sie dürfen nicht zusammen kommen, wollen es aber doch. Schön, klassisch, gut. Es gibt also in dieser Hinsicht zunächst kaum Unklarheiten. Allerdings entstehen natürlich zweifelhafte Grenzsituationen, denn wie gut ist eine Polizistin, wenn sie in einer laufenden Ermittlung mit dem flüchtigen Tatverdächtigen einen Drink nimmt? 
Wirklich im Ungewissen bleibt dafür aber die ganze Zeit das Was und das Wie. Eine Illusion jagt die nächste, eine Täuschung ist schöner als die andere und die Auflösungen sind nie fade oder irreal sondern meist so fantastisch einfach und naheliegend, dass man sie einfach übersehen hat. Denn wie Jarry – die Hauptfigur – verrät das Buch stets bereits alles und sagt doch nichts, bis man an die entsprechende Stelle gelangt, wo plötzlich alles einen Sinn ergibt. Großartig!
Auch sprachlich ist das Buch äußerst amüsant. Sieht man über einige derbe Ausdrücke und Szenen hinweg, die dem eigentlichen Metier des Autors geschuldet sind, und überliest man die eine oder andere Anspielung, die wohl nur eingeweihten Schotten etwas sagen, bewegt sich der Roman in einem ansprechenden und witzigen Gefilde, das sich sehr gut in einem Rutsch weglesen lässt. Und bis auf einige seltsame Zwischeneinschübe und dem für mich zunächst noch etwas unverständlichem, langen Vorgeplänkel (welches sich im Nachhinein jedoch als entscheidend herausstellt!), hat das Buch keine Längen und alles löst sich schließlich auf. Fäden, die anfangs verwirrend lose dalagen, werden am Ende alle wieder zusammengeführt, ohne im Friede-Freude-Eierkuchen-Land zu landen.
Mein Fazit: Himmel Herr Gott, kauft euch dieses Buch, leiht es euch aus oder kriegt es irgendwie anderweitig her – aber ich bin der Meinung, es lohnt sich auf jeden Fall! Ich bin lange nicht mehr so schön in die Irre geführt worden. Alakazammy, stairheid rammy!
Die harten Fakten:
Christopher Brookmyre – Die hohe Kunst des Bankraubs
14,99 €
erschienen im Galiani Berlin Verlag 
ISBN: 978-3-86971-077-8
 

Ich
bedanke mich an diese Stelle bei der PR-Stelle des Galiani Berlin Verlags
für das kosten- und bedingungslose Rezensionsexemplar!