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Frau Annika – Hand Lettering

Ihr Lieben!

Es ist ein Trend, dem ich erlegen bin, eigentlich noch bevor er so richtig angekommen war hier in Deutschland. Da bin ich mal echt zeitig dran gewesen, hat mich selbst überrascht. Die Rede ist vom Hand Lettering. Schon zum Jahreswechsel 2014/2015 habe ich mich damit beschäftigt und nach geeigneter Literatur gesucht. Diese Suche war aber zunächst nicht sonderlich fruchtbringend. Bis ich von dem geplanten Titel „Hand Lettering – Die Kunst der schönen Buchstaben“ aus dem Hause TOPP Verlag hörte. Dieses Buch wurde direkt geordert und eingehend studiert. Heute gibt es nun die Rezension dazu!

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Das Buch der Autorin Frau Annika, freischaffende Illustratorin, hat als Grundaussage, dass das Handlettering gar nicht solch ein großer Zauber ist, sondern dass eigentlich auch Anfänger schon rasch tolle Ergebnisse vorzeigen können. Dafür müssen sie nur mit den wichtigsten Grundlagen ausgestattet sein und ein bisschen üben. Schon kann losgelegt werden! Frau Annika bringt zu diesem Zwecke neben den Grundlagen ganze 15 Projekte mit, an denen das Wissen direkt angewendet werden kann.

Handlettering ist die Kunst, Buchstaben zu zeichnen und aus Wörtern individuelle Schriftkunstwerke zu schaffen. Jede Art von Handlettering ist handgemacht und somit einzigartig. Eben deshalb unterscheidet es sich auch grundlegend von der Typografie und der Kalligrafie.
Bei der Typografie geht es um das Setzen, als das Arrangieren von vorgefertigten Buchstaben für den Druck. (…) Es ist ein weites Feld, in dem Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstand, Laufweite etc. eine Rolle spielen.
Handlettering ist auch nicht Kalligrafie, wobei sich beides schon näher ist und sich schön kombinieren lässt. Kalligrafie ist die Kunst des „Schönschreibens“, meist mit Federkiel oder Pinsel. (…) Beim Handlettering wird dagegen gezeichnet, stets anders und individuell.

Hand Lettering, S. 6.

Das Buch umfasst insgesamt nicht ganz 100 Seiten und kommt in einem schicken Chalkboard-Look daher, gefüllt mit insgesamt 5 Kapiteln: Grundwissen, Papeterie, Feste Feiern, Wohnen und einer Sammlung an Extras. Schon hier wird deutlich, dass der Fokus wirklich auf den Projekten liegt, was zu der Grundaussage „es braucht nicht viel zum Handlettering“ passen würde.

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Das, was Frau Annika in dem Vorwissen-Kapitel anspricht ist auch wirklich interessant und gut verständlich (Was ist Handlettering? Welches Material braucht man? Die Anatomie der Buchstaben? Was muss noch beachtet werden?) – aber es wirkt beim ersten Lesen etwas wenig. Das soll es gewesen sein?

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Also weiter durch die Projekte gestöbert und siehe da – nein, das war es noch nicht! Ganz getreu dem Grundsatz „Learning by Doing“ gibt Frau Annika bei den einzelnen kleinen Handlettering-Ideen viele kleine Tipps und erklärt immer wieder ganz genau, wie sie vorgeht, um das Endresultat zu erhalten. Dadurch schleift sich schnell eine gewisse Routine beim Lesen ein – was nicht bedeutet, dass es langweilig ist, sondern, dass man sich sicher fühlt und schnell Lust bekommt, die Projekte nachzuarbeiten. Die Auswahl der einzelnen Ideen finde ich übrigens überwiegend recht gut – Es gibt Kartenideen, Geschenkanhänger, Gläserbeschriftungen – ja sogar Beutel und Tassen können beschriftet werden!

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Die letzte Abteilung ist die von mir als Extras betitelte. Hier finden sich ein paar Beispielalphabete, Ornamente, Banner & Schnörkel, Raster und auch zu allen vorgestellten Projekten die Vorlagen. Das irritiert vielleicht am Anfang etwas, aber ich finde es eigentlich ganz nett. So können die Leute, die sich nicht sicher sind, diese zumindest nacharbeiten und bekommen dennoch schöne Handlettering Ergebnisse. Ich selbst habe es auch ausprobiert und zum 60. Geburtstag meiner Schwiegermama eine Karte gewerkelt. Hat schnell und gut geklappt 🙂

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Mein Fazit: „Handlettering – die Kunst der schönen Buchstaben“ von Frau Annika ist eine hübsche Sammlung von Projekten und für Einsteiger wirklich gut geeignet. Sie werden an die Hand genommen und bekommen viel Input. Mir persönlich fehlt allerdings noch ein bisschen mehr Anleitung, etwas tiefergehendes Wissen. Das hat das Buch aber nie versprochen und somit kann ich eigentlich allen, die ein inspirierendes Buch mit vielen Projekten und Ideen suchen, dieses hier empfehlen. Wer mehr allgemeines Wissen sucht, um selbstständig agieren zu können, der sollte aber vielleicht ein anderes Werk kaufen.

Die harten Fakten:

Frau Annika – Handlettering: Die Kunst der schönen Buchstaben.
15,99 €
erschienen im TOPP Verlag
ISBN: 978-3-7724-6217-7

Ich bedanke mich beim TOPP Verlag für die kosten- und bedingungslose Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

15 Gedanken zu „Frau Annika – Hand Lettering

  1. Steffi

    Hey meine Hübsche,
    ich muss ja zugeben, ich bin auch ein bisschen dem lettering erlegen. Ich finde das Buch sieht recht interessant aus. Hauptsächlich bleibe ich wahrscheinlich aber bei YT oder sonstigen Onlinequellen und probiere mich einfach daran aus…
    Deine Karte ist wirklich sehr schön geworden. ich werde wohl noch fleißig üben müssen 🙂
    Liebe Grüße
    Steffi

    Antworten
    1. palandurwen Artikelautor

      *hihi die Karte – das muss ich aber zugeben – ist wie gesagt mit Hilfe der Vorlage entstanden – ergo ist da nicht viel eigene kreative Leistung in dem Sinne eingeflossen ^^;

      Bei Youtube und Co (auch bei insta gibts ein paar tolle profile!) finde ich auch immer wieder mal tolle Sachen. Aber ich fände es auch mal ganz nett, eine offlinequelle zu haben ^^

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  2. Centi

    Ja, da warst du echt ein Trendsetter! =)
    Ich finde, das ist ein richtig nettes Hobby, wo man ein Anleitungsbüchlein auch gut brauchen kann. Sollte mir langweilig werden, weiß ich ja jetzt, was ich mir als Standardwerk zulegen kann. 🙂

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    1. palandurwen Artikelautor

      *hahahaa ich, ein Trendsetter XD ich glaub, das muss ich mir rot im Kalender anstreichen ^^
      Als Standardwerk weiß ich übrigens noch nicht, ob ich dieses hier empfehlen würde – ich habe da noch ein anderes, dass ich gerade lese, welches diesen Titel wohl tatsächlich noch etwas mehr verdienen würde…
      Das hier ist wirklich mehr ein schönes Reinschnuppern ^^

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  3. Goldkind

    Ah ja, da is es ja, das Handlettering-Buch. 🙂
    Ich bin schon ganz angetan, dass die Projektauswahl mal vernünftig ist. Hier werden also keine Handyhüllen oder Obstschüsseln bemalt. *g*
    Ansonsten muss ich diesen Trend aber leider an mir vorbei ziehen lassen, ich bin schon froh, wenn meine normale Handschrift halbwegs lesbar ist. ^^

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    1. palandurwen Artikelautor

      *kicher nein, tatsächlich keine Obstschüsseln XD Nur eine Tasse und ein Glas (für so Kuchen-im-Glas) – das kann man eigentlich ganz gut vertragen, wie ich finde ^^
      Und ich wette, irgendwann packt es dich, ohne dass du es merkst 😉 Wie beim Filofax *kicher

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  4. Steffi

    Hallo, bin auf deine schöne Seite gestoßen 🙂

    Ich finde Hand Lettering sooo schööön.. frage mich nur, wie man die Designs, die man entwirft zb. auf den PC bekommt, bzw. um es vielleicht auf Tassen usw. drucken zu können.

    Einfach einscannen? Aber es muss ja auch freigestellt werden quasi. Bei manchen Designs habe ich gesehen ( nicht hier) wurden nachträglich noch Farben verändert ( am PC) um verschiedene Versionen zu haben.

    Hast du da einen Tipp für mich, wie das geht?

    Danke 🙂

    Antworten
    1. palandurwen Artikelautor

      Hi, ich freu mich, dass du deinen Weg zu mir gefunden hast 😉

      Ich würde wohl auch einfach die entsprechenden fertigen Letterings einscannen und sie dann in einem Bildbearbeitungsprogramm (zb. Photoshop) entsprechend bearbeiten. Schau doch mal bei YouTube, da gibt es sicher einige Tutorials, die entweder genau das oder etwas ähnliches zeigen, was du dann adaptieren kannst 🙂
      Wie auch immer du die Bilder dann bearbeitest, achte unbedingt darauf, dass du sie in ausreichender Größe abspeicherst (zum Drucken sind zB. mindestens 300dpi ratsam, da sonst die Qualität ziemlich schlecht werden kann!)

      Viel Spaß weiterhin beim Hand Lettern 😉

      Antworten
  5. Pingback: Leipziger Buchmesse 2017 - eine Rückschau. - Palandurwens Imaginarium

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