Fünf Leute, fünf Euro, ein Tag

Stefania Rossini – Fünf Leute, fünf Euro, ein Tag.

Ihr Lieben!
Auch im neuen Jahr fahre ich natürlich mit meiner Leidenschaft zu Lesen und hemmungslos darüber zu schwadronieren fort. Inzwischen bin ich sogar bei der Community „Blogg dein Buch“ angemeldet, bei welcher man sich für ein Buch bewerben kann. Und siehe da – für meinen ersten Wunschtitel bin ich auch gleich vom Verlag ausgesucht worden und möchte nun hier meine Rezension zu Stefania Rossinis „Fünf Leute, fünf Euro, ein Tag“ mit euch teilen.
„Dieser praktische Ratgeber wurde vor allem für jene Menschen geschrieben, die auf ihren Geldbeutel achten müssen, denen ihre Gesundheit und ein gesunder Zustand unseres Planeten am Herzen liegt, die sich nicht mit Worten, sondern nur mit Taten zufrieden geben, die ihr Leben bewusst verändern wollen: vom hochkomplexen Lebensstil hin zu einem immer einfacheren Alltag. Ich möchte mir in keiner Weise anmaßen, dass meine Anregungen die Antwort auf die Probleme aller sind. Mein Buch ist ganz einfach die Sammlung von Ratschlägen einer Hausfrau, die diese tagtäglich umsetzt. Nichts mehr und nichts weniger. Dieses Werk kann jene Menschen anregen, die Augen haben, um zu sehen, Ohren, um zu hören, Hände, die sie gebrauchen wollen, einen Kopf der denken kann, und ein Herz, das fühlt.“
Mit diesen Worten leitet die Autorin Stefania Rossini, eine italienische Bloggerin und dreifache Mutter, ihr kleines schmales Büchlein ein, in welchem sie versucht zu beschreiben, wie man einfach glücklich leben kann. Nach einer kurzen Einführung und Einstimmung in die Thematik sowie einer knappen Autobiografie, um dem Leser ihren eigenen Weg noch etwas besser darstellen zu können, beginnt Rossini damit, in elf Kapiteln Rezepte jenseits des sinnlosen Konsums, wie sie es selbst beschreibt, zu teilen. Man findet zu allen häuslichen Bereichen Anregungen – von Reinigungsmitteln über Kosmetik und Kleidung bis hin zu Kochrezepten. Dazu versucht sie zahlreiche Anregungen für Tauschhandel, Kinderspiele oder auch für das Sparen selbst zu geben. 
In ihren Texten spricht die Autorin davon, dass es ihr wichtig ist, den Blick der Leser zu schärfen und sie zum ständigen Überdenken ihrer Entscheidungen zu bewegen. Die Gründe, die sie oft und zahlreich dafür anführt (weniger Müll, Gesundheit, Umweltbewusstsein usw.) sind wahr und richtig, allerdings hatte ich beim Lesen leider den Eindruck, dass sie nicht wirklich neue Perspektiven eröffnet hat. Denn, dass man durch weniger Konsum auch Verpackungsmüll vermeidet, erscheint mir doch recht naheliegend. 
Ihre Aussage, dass hingegen nicht jedes Selbstmachen immer gleich besser ist, finde ich wieder sehr gut und auch wichtig. Denn wie bereits das Beispiel mit den Waschnüssen zeigte, muss das ganzheitliche Denken von vielen erst noch erlernt werden. Und wie die Autorin selbst sagt – Spülmittel eingenhändig herstellen ist zwar schön, wenn die dafür nötigen Zitronen aber bereits so teuer sind, dass man davon drei Flaschen konventionelles Spüli hätte kaufen können, ist es nicht wirklich sinnvoll. Dieser Ansatz hat mich wieder begeistert und ich war sehr begierig auf die Rezepte und Ideen.
Leider wurde ich hier erneut etwas ausgebremst in meiner Begeisterung. Während die Tipps und Anleitungen für zahlreiche Putzmittel und Kosmetika für mich tatsächlich noch überwiegend neu waren, verlor sich der Sensationscharakter leider in den folgenden Kapiteln immer mehr. Von dem Kapitel zur Thematik des Kleiderselbermachens hatte ich mir beispielsweise wirklich mehr als lediglich zwei Seiten erhofft, auf denen vermerkt steht, dass man doch überdenken soll, ob man von alten Stücken nicht noch einen Knopf abtrennen könnte, bevor man sie wegwirft. 
Auch der Abschnitt zur Küche ist für mich etwas unausgegoren. Denn während an einigen Stellen für meinen Geschmack schon fast Eulen nach Athen getragen werden (zu viel gekochte Pasta kann in einem anderen Gericht wieder verwendet werden? Was denn sonst? Ich hoffe, das wird in Italien nicht im Normalfall entsorgt…), verschweigt die Autorin an anderer Stelle wiederum meiner Meinung nach wichtige Informationen. Denn sicherlich können die Schalen von Orangen und Co getrocknet und kleingemahlen werden, um sie an Speisen für ein spannendes Aroma zu geben. Allerdings sollte dafür doch der weiße Teil entfernt werden, denn der ist bitter. In einem später folgenden Rezept führt sie das selbst an – in dem hier erwähnten Tipp allerdings nicht. Fraglich finde ich auch, ob bei selbstgemachtem Obstsaft auf 2,5 kg Obst tatsächlich 500 g Zucker nötig sind. Mich als Vegetarierin freute allerdings sehr, dass alle Rezepte vegetarisch sind.
Wiederum schade ist, dass Rossini leider ihrem eigenen Ansatz gelegentlich widerspricht – wenn sie beispielsweise erwähnt, dass aus 500g frischer Sahne durch ausgiebiges Schlagen Butter wird – ist es nicht finanziell wieder unsinnig, erst Sahne einzukaufen? Ähnliches gilt beim selbstgemachten Tofu – hier müssen Sojabohnen vorhanden sein. Vielleicht bekommt man solche in Italien sehr günstig – ich kenne sie aus deutschen Supermärkten leider nicht. 
Meine Begeisterung kehrte im nächsten Teil zum urbanen Gemüsegarten kurzzeitig wieder, denn hier gibt sie wirklich schöne Anregungen und Tipps – allerdings verging mir dieser Moment des Aufatmens just in dem Augenblick, als ich im darauffolgenden Kapitel „Von allem etwas“ lesen musste, dass gegen Ungeziefer bei Haustieren ein Sud aus Wasser, Brennesseln und Thymian angesetzt werden solle, in welchen abschließend das Tier gesteckt werden sollte. Im Anschluss daran sollte noch eine Mischung aus ätherischen Ölen aufgetragen werden. Zwar nur in geringen Maßen und ausschließlich entlang des Rückgrats – aber meine Katze kommt beim Putzen selbst dort noch an. Zudem finden die wenigstens Haustiere es wirklich schön, in eine Wanne mit Wasser gesteckt bzw. generell gebadet zu werden. Für viele bedeutet das unermesslichen Stress. Diesen Tipp finde ich also leider wirklich grenzwertig bis sogar gefährlich. 
Die letzten Kapitel empfand ich persönlich wieder als etwas redundant. Dass man besser sparen kann, wenn man eine Einkaufsliste befolgt und nach den Kilo-Preisen schauen sollte, ist für mich selbstverständlich. Ähnlich, dass nach einem Einkauf die neuen Produkte nach hinten im Regal geräumt werden. Auch in Sachen Strom, Gas und Wasser waren für mich viele bereits allgemein bekannte Regeln wieder aufgewärmt: Duschen spart mehr Wasser als Baden. Elektrogeräte sollten nicht im Standby-Modus belassen werden. Lege einen Deckel auf deinen Topf, damit das Essen schneller gar wird. Alles wahr und richtig und vielleicht wirklich noch mal schön, wenn es genannt wird – aber das alleine? 
Mein Fazit: Man merkt es schon, so ganz glücklich bin ich mit dem Buch nicht. Auf der Pro-Seite muss vermerkt werden, dass viele gute Anregungen auf den Seiten stehen und tatsächlich auch für mich noch ein, zwei Aha-Momente dabei waren. (Ich werde beispielsweise Natron in meine Putzgewohnheiten einbinden – tolles Zeug angeblich). Zudem finde ich die Frau recht sympathisch vom Schreiben her. 
Allerdings sind mir persönlich diese lichten Momente einfach zu wenig gewesen. Für mich gab es nicht viel Neues, zahlreiche Sachen sind meiner Meinung nach einfach selbstverständlich. Eventuell liegt es daran, dass ich mich in diesem Bereich bereits lange Zeit bewege und somit auch etwas auskenne – ich stelle also vielleicht nicht das richtige Zielpublikum dar. Jemand, der sich wirklich noch gar nicht mit dieser Thematik beschäftigt hat, kann zwischen diesen zwei Buchdeckeln vielleicht wirklich eine ganz neue Welt entdecken.
Somit gebe ich keine 100% Kaufempfehlung, sondern nur eine eingeschränkte. Denn es wird dem Sinn gerecht, es lenkt den Blick auf viele wichtige Themen – allerdings eben auf bereits meiner Einschätzung nach hinlänglich bekannte.Reinschauen lohnt sich aber – ihr bekommt es zum Beispiel hier.
Die harten Fakten: 
Stefania Rossini – Fünf Leute, fünf Euro, ein Tag. 
9,95 €
ISBN: 978-3-89901-725-0
Ich bedanke mich bei blogg dein buch und dem Lüchow-Verlag für die kosten- und bedingungslose Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares! 

4 Gedanken zu „Stefania Rossini – Fünf Leute, fünf Euro, ein Tag.

    1. palandurwen Artikelautor

      Wie gesagt – es ist eigentlich ein guter Ansatz und auch wichtig, dass diese Dinge gesagt werden … aber irgendwie war mir die Umsetzung doch noch etwas zu … allgemein ^^;
      Aber wie gesagt – es liegt vllt. an mir ^^;

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  1. Goldkind

    Endlich mal ein Buch, bei dem wir vermutlich einer Meinung wären. 😉
    So wie dir bei diesem gehts mir ehrlich gesagt bei vielen Ratgebern. :/

    Dafür muss ich aber absolut ein Plus für Natron bzw. Backpulver aussprechen: Ich mache das gern in Töpfe mit angebranntem Inhalt. Genau wie bei Essig muss man aber glaube ich aufpassen, Natron verträgt sich auch nicht mit allen Oberflächen meine ich.

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    1. palandurwen Artikelautor

      *kicher sehr schön ^^
      Aber das stimmt – ich habe aus diesem Grund irgendwie auch kaum Ratgeber zuhause :/

      Uh, guter Tipp, ich werde das mal austesten (aber vorher recherchieren, ob das mit den Oberfläcen klappt ^^)
      🙂

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