Das Letzte Wort – Mai.

Auf Grund meines momentanen Stresspegels kommt das Letzte Wort – Mai leider etwas verspätet. Ich hoffe, es ist deswegen nicht minder schön 😉
Familiengelüste.
Ich bin eigentlich eine seltsame Mischung aus Kopflastigkeit und Herzsteuerung, aus Rationalität und Emotionalität. Wie auch immer das passt, aber ich habe in vielen Situationen den Eindruck, dass ich atypisch agiere. Eine Sache jedoch, in der ich wohl fast schon überreagiere, ist meine Familie. 
Ich habe eigentlich eine normal große Familie, allerdings ist diese aus verschiedensten Gründen stumm, inaktiv, teilweise sogar zerstritten, schmollend und irgendwie schlicht und ergreifend: etwas verkorkst. Aber welche Familie ist das nicht? Und das passt auch irgendwie zu mir! 
Wahrscheinlich ist das aber der Grund, weswegen ich wie eine Löwin kämpfe und streite und oft auch sehr empfindlich bin, wenn es um meinen unmittelbaren „1. Grad“ wie es so schön heißt, geht. Da verteidige ich und werde biestig, sogar wenn ich mir selbst darüber im Klaren bin, dass mein Gegenüber das Gesagte vllt gar nicht böse meint oder ich selbst es im hintersten Hinterstübchen vielleicht sogar kritisch sehe. Aber das ist ja meine Sache, das geht keinen was an, my home is my castle, my family my kingdom! 
Der Zusammenhalt zwischen meinen Eltern, meiner Schwester und mir ist in meinen Augen wirklich besonders. In den schlimmsten Krisen weiß ich, dass ich mich immer auf sie verlassen kann, dass sie hinter mir stehen und mich unterstützen, wie im Gegenzug ich natürlich das Gleiche auch immer für sie tun würde. 
Darum ist es in meinen Augen schon fast lächerlich, aber ab und an frage ich mich, ob es denn immer erst Krisen geben muss, dass man voneinander hört? In den ersten Jahren nach meinem Auszug habe ich kaum etwas von Zuhause mitbekommen, wenn ich nicht nachgefragt hätte. Inzwischen melden sich meine Lieben von Zeit zu Zeit auch selbstständig, eine Mail, ein Anruf. Das tut gut, das ist schön, ich bin zufrieden. Und trotzdem ….
Manchmal schau ich fast schon etwas sehnsüchtig auf andere Familien. Auch dort gibt es Zwistigkeiten, aber man meldet sich doch irgendwie regelmäßig, telefoniert, besucht, unternimmt, feiert. Ich weiß, dass das bei meiner Familie nicht geht. Gerade aus gesundheitlichen Gründen ist da vieles nicht so möglich, wie man es gerne hätte. Darum möchte ich nicht jammern. Aber gewisse Gelüste verspüre ich dennoch von Zeit zu Zeit … 
Und das freut meinen Dusterklumpen natürlich ungemein! Da hat er dann wieder einen Punkt, mir ein schlechtes Gewissen einzuflüstern oder den Neid zu schüren, das Schmollen, das stumme dramatische Leiden der einsamen Heldin.
Liebes Dusterklümpchen: Das reicht jetzt wieder 😉 Ich bin zwar sentimental – aber kitschig dann doch nicht! Und ich liebe meine Familie, denn es ist meine und alle ihre Macken und Ecken und Kanten sind vielleicht manchmal unerfreulich, aber nicht minder schön – denn die haben wir uns alle gemeinsam zugezogen und das hat uns stark gemacht. 
Gemeinsam!

2 Gedanken zu „Das Letzte Wort – Mai.

  1. Goldkind

    Ja, Familie ist so ein Ding ne.
    Aber deinem Dusterklumpen solltest du ehrlich mal sagen, dass das alles voll in Ordnung ist. *g*
    Und wenn deine Lieben nicht anrufen – ruf du doch einfach ab und an mal an, oder schreib eine Karte oder so. 🙂

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